Angst vor dem Tod – ein verdrängtes Thema?

31. Januar 2017 Jürgen Seibold Allgemein

Angst und Tod – wie passt das zusammen?

Zum Thema Tod: Von John Everett Millais

Ophelia
John Everett Millais, 1851–1852

„Sterben kann man in
ganz kurzer Zeit lernen,

wenn man sich Mühe gibt,
bei Sterbenden zu sitzen.

Was die Sterbenden einem
beibringen, ist etwas,

das viel, viel wichtiger ist:
das ist, wie man leben sollte,

wie man leben  könnte –
ohne Angst zu haben.“

Elisabeth Kübler-Ross im Dezember 1982
(Vortrag auf YouTube)

.

.

Während ich diese Zeilen schreibe, habe ich selbst einen Todesfall zu beklagen.
Dieser Artikel ist die Vor- und Nachbereitung für einen Vortrag, den ich in wenigen Tagen
in einem Hospiz halte – was für ein Zufall, zumal die Beerdigung am Fest der Brigid
(oder Maria Lichtmess) stattfindet – dem eigentlichen Frühlingsbeginn am 1. Februar.
Nach der Betrachtung unserer Vorfahren endetet zu diesem Zeitpunkt die Starre des Winters, die symbolisch mit dem Tod gleichzusetzen ist.

Dieser Artikel kann und will den Tod nicht erschöpfend behandeln – vielmehr möchte ich Anregungen zu Betrachtungsweisen, zum Umgang und zur „Wertsteigerung“ mit diesem, uns ALLE betreffenden Thema machen – und mithelfen, die Angst durch die Beleuchtung zu vertreiben. Am Ende des Artikels findest Du noch weiterführende Literatur und links zur Beschäftigung mit dem Tod.

Angst vor dem Tod – näher beleuchtet

  • Angst
    Angst: Von Victor Bezrukov

    Angst – Enge

    Angst – zweifelnder, beengender Zustand überhaupt, von der Wurzel enge, ahd. angi, engi, goth. aggvus, und angan, engen (deutsches Wörterbuch, Grimm)

  • Nachspüren oder nachfühlen ist eine bewährte Methode, der Angst auf die Spur zu kommen: Wenn ich mich ängstige – mache ich mich „eng“, verkrampfe den Bauch, halte den Atem an etc.: Also ein, wenn auch häufig unbewusster, jedoch selbst produzierter, aktiver Prozess. Dieser Prozess kann bewusst gemacht werden und verändert werden –
    eine Technik archaischer Kulturen – und die Angst / Enge lässt nach
    (z.B. Ruan Ti Fa, daoistisches Yoga:  Der Anwender lernt, seinen Körper selbständig durch die verschiedenen Schichten- Muskulatur, Bindegewebe (Faszien) und Gelenke – zu lösen, seine Wahrnehmung zu verbessern und nimmt so Einfluss auf körperliche und emotionale Prozesse).
    .
    Eine Nachfühlaufgabe, um Angst besser zu verstehen:
    Gibt es Angst in Bezug auf die Vergangenheit?
    Versuch einmal, Dir eine bereits geschehene, ehemals angstbesetzte Geschichte, die bereits abgeschlossen ist, ins Gedächtniszu rufen (z.B. die Angst vor dem Monster unter dem Bett in Kindertagen). Wichtig ist für den Test, dass die Geschichte keine weitere Konsequenz für Deine Zukunft hat.
    Empfindest du noch Angst?
    Vielleicht Trauer, Wut, Zorn – aber Angst?
    Gibt es Angst in der Gegenwart ohne Bezug zur Zukunft ?
    Bist Du in einer Situation, die Dein Handeln erfordert oder Deine Aufmerksamkeit vereinnahmt – Schmerz, Kampf oder Ähnliches – ohne Gedanken an die Zukunft, wirklich nur hier und jetzt – kannst Du Angst spüren ?
    Meine These: Angst gibt es nur in Bezug auf die Zukunft!
    Wir haben Angst, was mit uns geschieht und was geschehen könnte,
    Wir malen uns Schreckliches aus…. doch da die Zukunft noch nicht feststeht,
    muss es sich zwangsläufig um eine Illusion handeln – was bereits
    abgeschlossen ist oder gerade im hier und jetzt bleibt,
    kann keine Angst erzeugen…
    ..
  • Wissen um den Tod – Wissen mindert häufig Ängste
    Der Tod

    Wissen um den Tod


    Es gibt unglaublich viel Wissen und Erfahrungen zum Thema: Tod und zum Sterben sowie
    zum Leben nach dem Tod.
    Ich betrachte das Leben wie ein Spiel, dessen Regeln uns häufig nicht richtig erklärt wurden – deswegen funktionieren
    viele Herangehensweisen
    an Konflikte nur schlecht
    oder gar nicht.
    In der Abwendung von unserem kulturellen Erbe haben wir uns dann auch vom überlieferten Wissen abgewandt – und somit können Lebensumstände, die in alter Zeit recht gut zu verarbeiten waren, uns heute ein Leben lang quälen bis hinein in den Sterbeprozess.

    Eines dieser Rituale ist das germanische „Thing“ (auch als indianische Gesprächsrunde bekannt), In dieser Runde musste jeder angehört werden, solange bis er zu Ende war, und er durfte dabei nicht unterbrochen werden.
    Dann erst kam der Nächste in der Runde dran.

    Heute führen wir innerhalb der Familie oder anderer Gemeinschaften
    häufig keine Gespräche mehr, in denen die relevanten Dinge zum Vorschein kommen. Wir vergessen die aufrichtige Kommunikation. So bleiben uns, insbesondere  bei schwierigen Themen die Worte im Hals stecken.
    Ich habe es selbst erlebt, dass bei einem Sterbenden getuschelt wurde oder die Gespräche, die den Tod betrafen, hinter verschlossenen Türen gemacht wurden – dabei wurde der Sterbende regelrecht ausgeschlossen!

    In archaischen, schamanischen Kulturen und in den Erfahrungsreligionen
    (z.B. dem tibetischen Buddhismus) gibt es diese Rituale  und Meditationen,
    mit deren Hilfe über viele Generationen nützliches Wissen gesammelt und Methoden und Techniken entwickelt wurden. Interessant dabei ist, dass dieses Wissen häufig der jahrzehntelangen Sterbeforschung der Neuzeit entspricht – zum Beispiel die daoistische Traummeditation, mit deren Hilfe der Schüler zu seinen Ahnen Kontakt aufnimmt und Wissen von Ihnen erhält. Der Kontakt ist, wie in der modernen Nahtodforschung, belegbar.

    Hier findet Ihr Informationen dazu:
    – der geheime Meister vom Drachentor
    – Nei Dan Gong – daoistische Schulung der Drachentorschule
    Auch die tibetischen Lamas werden genauestens und strengstens geprüft,
    ob sie wirklich die Inkarnation des verstorbenen Lamas sind.
    Nachzulesen mit vielen wissenschaftlichen Fakten:
    – das tibetische Buch vom Leben und Sterben

    Durch die Rituale unserer Vorfahren gelang es beispielsweise den germanischen Berserkern, vollkommen angstfrei in die Schlacht zu ziehen –
    was die Römer vor 2000 Jahren sehr erschütterte, wie Tacitus berichtet
    (Tacitus, Germania)
    Auch konnten die weisen Hebammen der Kelten und Germanen oft schon erkennen, welcher Ahne gerade wiedergeboren wurder: daher der Begriff Enkel.
    (althochdeutsche Wort eniklīn  Die bezeugte althochdeutsche Form stellt eine Diminutivform zu ano → goh[1][2] ‚Ahn[1], Vorfahre[2]; Großvater[2]‘ (siehe »Ahn«) dar )(wiktionary.org)

  • Geht es um die Angst vor dem Tod oder eher
    um die Angst vor dem Leben?
    Frau Kübler Ross, die ich eingangs zitierte, legte großen Wert darauf, dass das Sterben leicht zu erlernen ist – es geht vielmehr darum, etwas über das Leben zu lernen ! Es scheint viele Menschen in Problemsituationen des Lebens
    eher IN den Tod zu ziehen, als von ihm weg – bei großem Liebesleid beispielsweise oder wenn ich die Liebe meiner Eltern nicht „verdienen“ kann. Der Tod erscheint also eher als „Lösung“, die sich im Laufe eines Lebens dann ins totale Gegenteil verdrehen kann – ich klammere mich am Leben fest, da ich so vieles noch nicht erlebt habe – ein scheinbar widersprüchliches Geschehen. Zwar haben wir eine Menge an Wissen gesammelt über den Tod als Erlösung oder ein mögliches Leben nach dem Tod – dennoch wird dieses Thema in der Gesellschaft sehr stark verdrängt. Ich vermute, das ist häufig so, damit der Blick auch nicht auf das eigene Leben fällt …. und wieviel Zeit ich schon „vergeudet“ habe.

„Die 3 belegbaren Fakten“ und die Abspaltung des Todes

Angenommen, wir kennen uns kaum, treffen uns im Park und tauschen uns aus, egal
über was auch immer. Du kannst mir Vieles erzählen – also Fakten schildern:
dass Du verheiratet bist, in einem Haus wohnst, eine Jacht auf Mallorka besitzt –
was auch immer – Du wirst es in diesem Moment oftmals nicht beweisen können.
Die meisten Umstände in diesem Leben sind nicht sicher belegbar sondern im einen Moment Erinnerungen, Behauptungen oder nicht belegbare Fakten.

Bis auf die 3 wesentliche Fakten:

1. du lebst – offensichtlich     
2. Du wurdest geboren – Folgerung aus 1
3. Du wirst sterben – Folgerung aus 2

Diese 3 Fakten sind wohl die Einzigen, die – solange wir uns treffen und unterhalten können –  schwierig bis gar nicht in Frage gestellt werden können – also das fast einzig Sichere.
Somit stellt sich die Frage, warum wir häufig mit dem Sterben „nichts zu tun haben wollen“, da für uns alle die Sicherheit der Geburt, des Lebens und des Todes garantiert ist…. und so sicherer ist, als sonst kaum irgendetwas.

Warum scheuen wir das Thema Tod so sehr?

Weil wir das Ende nicht wahrhaben wollen?
Bedingt nicht das Ende einen Prozess noch vor dem Ende?
Hier möchte ich nochmals auf das Zitat von Frau Kübler Ross eingehen,
das am Anfang des Artikels steht:
Was die Sterbenden einem beibringen, ist etwas,
das viel, viel wichtiger ist: das ist, wie man leben sollte,
wie leben könnte – ohne Angst zu haben.“

Hier möchte ich eine Liste von eigenen Beobachtungen nennen, die im Bezug zum Tod offensichtlich Bedeutungen gewinnen. Ich bitte Euch einmal tief in sich hinein zu fühlen, welche Aussage eine Resonanz erzeugt:

  • „Eine schöne Zeit neigt sich dem Ende zu“
  • „Es ist noch so vieles unerledigt“
  • „Hätte ich es bloß anders gemacht“
  • „Ich habe noch gar nicht wirklich  gelebt“
  • „Ich habe Angst vor dem Leben“
  • „Es ist so Vieles unausgesprochen“
  • „Ich habe Angst vor dem Unbekannten“
  • „Ohne Dich bleibe ich Alleine zurück“

Ich habe die Erfahrung gemacht, dass der erste Satz
in den seltensten Fällen Angst vor dem Tod erzeugt.
Was habt Ihr für Erfahrungen dazu?

 

Ist der Tod das Gegenteil vom Leben?

keltisches Yin und Yang Symbol

das keltische Yin und Yang Symbol – ja, auch die Kelten symbolisierten den Wandel der Dinge

Kaum einer von uns kann sicher sein,
dass das Leben mit dem Tod endet.
Ich kann es höchstens „glauben“ –
die Forschung zu diesem Thema
einmal ganz außer Acht gelassen.

Daraus ergibt sich, dass
höchst wahrscheinlich der Tod
nicht das Gegenteil von Leben
sein kann, aber sehr wohl das
Gegenstück zur Geburt !
Untermauert wird diese
Reflektion noch von der
Tatsache, dass sowohl
die Geburt als auch
der Tod Prozesse sind,
die bis zu mehreren Tagen
andauern können.
Nach der Forschung
(siehe ARTE Doku) braucht es
je nach Umgebung eine ganze Weile, bis alle unsere Zellen sterben, nachdem der „Tod“ festgestellt wurde – dies kann auch eine Erklärung der  alten Tradition des 3-Tage-Totenbettes sein. Häufig wird berichtet, dass während dieser Zeit der Tote noch anwesend ist – während dieser „Nachtwache bei der Leiche“ wurde zusammengesessen, gegessen, getrunken und es wurden die Leistungen des Toten gewürdigt. Aus der Nahtodforschung wiederum wissen wir, dass ein verstorbener Mensch sehr wohl wahrnehmen kann, was um ihn herum passiert – auch für unsere Vorfahren war dies selbstverständlich, was wiederum auf die Erfahrungen mit Ritualarbeit zurückzuführen ist. Rituale sind Techniken, die meistens von Begabten und Erfahrenen weitergegeben werden. Es handelt sich um Techniken – um Wolf Dieter Storl zu zitieren: „Techniken, genauso wie verschiedene Arten, Feuer zu machen, oder diverse Jagdtechniken. Der Ritus ist eine archaische Technik, um das Bewusstsein umzuschalten oder einzustimmen auf etwas anderes, auf eine andere Wirklichkeit, so wie man einen Radio auf einen Sender einstellt.“ (Wolf Dieter Storl, unsere Wurzeln entdecken, Storl 2011, S. 80)
Dokumentation zum Thema:
3 Flügel der Seele: Heilpflanzen und Rituale
Wie wir sterben (3 Sat Doku)
Im Augenblick des Todes (ARTE Doku)

Umgang mit dem Tod in verschiedenen Kulturen und deren Effekt

Hinduistische Bestattungsrituale
Durch die Reinigung des Toten und dessen Verbrennung kommt die Gemeinschaft in engen Kontakt mit der Vergänglichkeit und der Abschied wird erleichtert. Ein Bekannter, der einer Zeremonie am Ganges beiwohnte, erzählte, dass die Seelen wahrnehmbar sind, wenn Sie den Körper verlassen. Mehr Infos

Indianische Jagdrituale
„Heute esse ich Dein Fleisch, morgen darfst Du meines essen“ Eine Jagd in schamanischen Kulturen Jagd  geht mit sehr viel Respekt vor dem Leben einher und macht den Tod zu einem prägenden Ereignis! Mehr Infos

Buddhistische Übungen
Die Meditation, die mich am meisten beeindruckt hat, ist die Meditation an einem Leichnam, indem die Vergänglichkeit direkt wahrgenommen werden kann. Dadurch verliert sich die Entfremdung in Bezug zum Tod. Hierzulande nicht (mehr) möglich –
in Asien durchaus noch gängige Praxis Weitere Infos

Daoistische Todesrituale
Im Buch „der geheime Meister vom Drachentor“ ist eine „Beerdigung des Adepten“ beschrieben – nach langer Vorbereitung und unter Zuhilfenahme spezieller Mixturen verfällt der Adept in einen Todesähnlichen Schlaf und kommt in Kontakt mit seinen Ahnen. Diese Praktiken sind durchaus üblich, wenn auch nur in speziellen Ausbildungsstufen der Meister.

Germanisch – keltischer Totenrituale
Der RABE spielt bei den Ritualen unserer Vorfahren eine besondere Rolle –
er hat einen besonderen Bezug zum Totenreich. Eine meiner  Erfahrungen ist,
daß ein Rabe mich zur Todesstunde meines Großvaters besuchte und einen ziemlichen Lärm verursachte – zu dem Zeitpunkt wusste ich noch Nichts vom Versterben meines Großvaters – und an dieser Stelle hatte ich vorher noch nie einen Raben gesehen. Solche Erlebnisse bringen uns in Kontakt zu Ebenen der Kommunikation, die uns mit etwas Übung helfen, uns rechtzeitig auf Ereignisse vorbereiten zu können.
Weitere Infos zu den Ritualen unserer Vorfahren

 

Was der Tod uns lehren kann – und wie ich dieses Wissen nutzen kann
– ein Streifzug durch Wissenschaft und Erfahrungstradition-

  • Wenn Pläne anstehen, Entscheidungen was zu tun ist, stell die Frage:
    „Würde ich das auch tun, wenn ich nur noch einen Tag zu leben hätte?
    “Vera F. Birkenbihl“ – pragmatische Esoterik
    Hier wird der sicher kommende Tod zur absoluten Entscheidungshilfe – modernste Psychologie auf den Punkt gebracht

  • „Wende dich nach links und frage Deinen Tod um Rat. Ungeheuer viel Belangloses fällt von dir ab, wenn dein Tod dir ein Zeichen gibt, wenn Du einen Blick auf ihn werfen kannst oder wenn Du einfach das Gefühl hast, dass Dein Begleiter da ist und dich beobachtet.“
    „Carlos Castaneda, Die Lehren des Don Juan“
    Auch hier absoluter Pragmatismus aus der schamanischen Tradition

 

  • In pragmatischen Traditionen zur Lebenskunst wie im Daoismus wird die Wandlung und Unvergänglichkeit in Übungen und Meditationen wahrnehmbar. Ich schätze diese Herangehensweise, weil sie nicht auf Glauben beruht, sondern auf wahrnehmbaren und demonstrierbaren Fähigkeiten (die unglaubliche Kraftentwicklung im Taijiquan, die Ruhe und Gelassenheit durch die meditative Praxis). Ein zentraler Aspekt der Natur ist die Wandlung aller beobachtbaren Phänomene, dargestellt beispielsweise durch das Taijitu – das Yin und Yang Symbol. Durch das Üben und Meditieren wird die Unvergänglichkeit aller Dinge sowie deren Wandlung ganz transparent – und so kann sich auch die Angst vor dem Tode verlieren. Daoistische Schulung der Drachentorschule

 

Tod und Sterben sind Prozesse, die im Alltag mit ein wenig Achtsamkeit jederzeit wahrnehmbar sind und der Umgang damit ist „übbar“ – und dies mag sehr wichtig für uns sein, denn der große Tod ist uns gewiss !
Hier einige Beispiele für Achtsamkeit zum Tod im Alltag:

  • Ein schöner Moment geht und wird nie wieder kommen. Jedoch können andere schöne Momente entstehen. Nimm mit Achtsamkeit das Ende wahr und erkenne den nächsten Neubeginn (z.B. mach Notizen in Dein Tagebuch)
  • Der Tag geht zur Neige, er stirbt in die Nacht – „so jung wie heute kommen wir nie wieder zusammen“ . Beobachte den Sonnenuntergang, die Nacht und den neuen Tagesbeginn, z.B. indem Du eine Nacht im Wald verbringst
  • Beachte den toten Vogel am Wegesrand und nimm das Vergängliche wahr.
    Der Tod kann seinen Schrecken verlieren, wenn er wieder als „alltäglich“
    ins Bewussstein kommt.
  • Meditiere im Winter auf das „vergangene “ Jahr und bereite Dich bewusst auf das Neue vor,  z.B. über Rauhnachts- Übungen
  • Besuche Friedhöfe in Achtsamkeit und reflektiere die Vergänglichkeit, lies die Inschriften auf den Grabsteinen, träume und stell Dir all die vergangenen Geschichten vor – und beobachte, wie außerhalb des Friedhofs ständig neue Geschichten entstehen
  • Verbringe Zeit mit alten Menschen und höre Ihnen zu –
    sie haben oft viel Wertvolles zu erzählen
  • Verbringe Zeit mit Sterbenden –
    besuche ein Hospiz, biete Deine Hilfe an
    und sei einfach da. So lernst Du über das Leben.
  • Sprich öfter einmal über den Tod mit Freunden und Verwandten –
    das nimmt Angst und Du kannst vielleicht erleben, dass dadurch
    neue Einsichten entstehen

Sinn – volle und hilfreiche Rituale unserer keltisch – germanischen Vorfahren

  • Schwitzhüttenritual
    In diesem Ritual wird das Alte abgelegt und Neues wird geboren – wie bei einer Geburt aus einem engen und warmen Schoß. Lies hier gerne mehr darüber
  • Rauhnachtsmeditation
    Zur Zeit um Weihnachten wird das vergangene Jahr reflektiert,
    verabschiedet und das Neue darf beginnen
    Hier ein Buchtip   Hier Infos zu Seminaren
  • Ahnenverehrung
    Ob der regelmäßige Besuch auf dem Friedhof, ein kleiner Altar / Ahnentempel und ein regelmäßiger Dialog mit den Ahnen- die Vergänglichkeit wird zur Wirklichkeit und kleine Sorgen können verblassen
  • Feuerrituale
    Feuer, auch schon ein kleines Lagerfeuer bringt uns eh zum Träumen. Doch reflektiere einmal, wie lange der Baum lebte, was er alles „gesehen“ hat, während er Dir Wärme spendet – und Einsichten, die in Dir weiterleben können

Die 5 Phasen des Sterbens nach Kübler-Ross:
beobachtbar bei Lebenskrisen –
nicht nur beim Sterben

  • Nicht-wahrhaben-Wollen und Isolierung
  • Zorn und Ärger
  • Verhandeln
  • Depressive Phase
  • Zustimmung

Zwar ist Frau Kübler-Ross in der Hospizszene durchaus umstritten – ich erachte diese Phasen allerdings als hilfreich in schwierigen Situationen des Lebens.

Auch eine Lebenskrise ist ein Tod. Der Tod einer Idee, eines Traumes, einer Vision.
Auch hier sind die Phasen sogar anwendbar – wenn ich sie mir bewusst mache,
diesen Prozess bewusst verfolge und die Phase bewusst durchlebe. Dann kann ich die sogenannten Lebenskrisen leichter bewältigen.

Mein Fazit:
Ich möchte Dir mit diesem Artikel oder vielleicht  in einem Seminar gerne helfen,
dass neue Ansichten, Einsichten oder Entschlüsse in Dir reifen dürfen und Du
durch den Tod das Leben besser verstehen lernen und leben kannst.
Es ist ein Prozess, sich mit Leben und Tod zu beschäftigen und dieser Prozess
braucht Zeit und immer wieder neue Impulse.
Jürgen Seibold, Frühjahr 2017

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Jürgen Seibold

Kamfkunst- Kursleiter, systemischer Coach und Heilpraktiker Jürgen Seibold

Jürgen Seibold

Heilpraktiker und systemischer Coach
Heilkundezentrum Midgard, Bremen

 

 

 

 

 

Quellen und weiterführende links

 

AngstBremenCoachingHeilpraktikerLebenLebenskriseSeminareSterbenTod

Eine Antwort zu “Angst vor dem Tod – ein verdrängtes Thema?”

  • Inka Baetz sagt:

    Sehr interessant – das tibetische Buch vom Leben und Sterben kreuzt mal wieder meinen Weg. Ich würde speziell dieses gerne mal lesen, leider hatte ich noch nicht die Gelegenheit dazu. Von Elisabeth Kübler- Ross hingegen hab ich schon etwas gelesen.


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