Entspannung vom Stress- Frühjahrsputz für unseren Geist

29. März 2017 Jürgen Seibold AllgemeinAndrea Schweers

Entspannung vom Stress – oder
Frühjahrsputz für unseren Geist

Das „Fight-or-flight-Syndrom“
vs. „Entspannung“

Entspannung vom Stress - Frühjahrsputz für unseren Geist

Fight – or Flight

Immer, wenn wir in unserem Alltag eine Situation als
für uns bedrohlich bewerten, reagiert unser Körper
alarmiert. Er greift dabei auf ein inneres, archaisches
Überlebenssystem zurück, welches uns von Anbeginn
in Gefahrensituationen aufs Beste damit ausstattete
entweder zu fliehen, oder zu kämpfen.
Immer dann, wenn wir um unser Leben fürchten
mussten. Die heutigen Situationen, die unser Geist
als bedrohlich bewertet, sind subtiler als die
in der Vergangenheit und die seit Urzeiten
konditionierten körperlichen Abläufe helfen uns
dabei in den seltensten Fällen weiter.
Wer rennt schon weg aufgrund von
anhaltenden Termindruck und einer Flut noch zu
beantwortender E-mails oder fordert seinen Chef
zum Kampf heraus, wenn dieser unseren Einsatz
nicht zu schätzen weiß?

All das interessiert unser Alarmsystem wenig
und es macht sich wie eh und je in Windeseile zu Kampf oder Flucht bereit.
Adrenalin wird ausgeschüttet, Puls und Herzfrequenz steigen, Muskeln
und Gehirn werden aktiviert……. und dann?
Wir bleiben auf all diesen Körperreaktionen „sitzen“ und häufig passiert
all dieses so schnell, dass wir es gar nicht bewusst wahrnehmen.
Was wir wahrnehmen ist vielleicht ein latentes Unwohlsein,
das wir uns nicht so recht erklären können und am besten
so schnell wie möglich einfach loswerden möchten.

Wenn so etwas hin und wieder passiert ist unser Körper-Geist System
gut in der Lage, das zu kompensieren. Irgendwann wird alles Stress.
Schwierig jedoch wird es, wenn wir eine Situation dauerhaft und über
einen längeren Zeitraum als Überforderung empfinden und gleichzeitig
das Gefühl entsteht, wir könnten nichts dagegen tun.

Dann führen die Folgen solch einer chronischen Stressbelastung zu einer Überlastung unserer Körpersysteme – es kommt zu einer körperlichen und seelischen Erschöpfung. Selbst das Treffen mit Freunden, das Spielen mit den Kindern oder das morgendliche Laufen werden zu einem weiteren Punkt auf der nicht enden wollenden „To Do Liste“.

Vom Wunsch nach schneller Entspannung

Stress - Frühjahrsputz für den Geist - Enspannung vom Stress

Stress – Entspannung – Frühjahrsputz für den Geist

Dass Stress gesundheitliche Auswirkungen auf
Körper, Geist,Seele und unser tägliches
Wohlbefinden hat, ist den meisten von uns
bewusst. Und dennoch fällt es vielen schwer,
regelmäßige Auszeiten und Erholungsphasen
im Alltag einzuplanen. Irgendwie scheint immer
alles andere wichtiger zu sein, als die Batterien
aufzuladen, unserem Geist ein wenig Leerlauf
zu gönnen und einfach zu entspannen.

Zumal das mit dem „auf Knopfdruck entspannen“ auch gar nicht so einfach ist.
Wer kennt das nicht – wir sitzen nach einem angefüllten Tag auf dem Sofa und spüren den Wunsch einfach mal durchzuatmen und runterzukommen.
Doch was unser Körper uns signalisiert – Füße hochlegen, Augen schließen
und einfach mal nur mit uns selbst zu, sein ist selten der Plan unseres Geistes.
Kommt unser Körper zur Ruhe, geht der Geist seine eigenen Wege. Er geht dahin,
wo er sich bevorzugt aufhält – er versucht in die Zukunft zu schauen und folgt
in Gedanken all den Situationen des Tages, die für uns vielleicht nicht so gut gelaufen sind. So lässt er den Tag Revue passieren und kreist um die Frage, wie wir Situationen vielleicht erfolgreicher, schlagfertiger, schneller – einfach rundum hätten besser lösen können. Wenn……ja wenn wir denn nun mal perfekter wären.

Zu den äußeren Stressoren kommen die Inneren,
unsere so genannten inneren Antreiber. Wenn es unserem Geist gelingt, uns erstmal in diese Gedankenketten und in die dazugehörigen Geschichten zu entführen, folgt sogleich das Bedürfnis nach „Ruhe da oben“ und vor allem der Wunsch nach schneller Entspannung. Vom Bedürfnis zur Umsetzung ist es dann nur noch ein kleiner Schritt – die kleine Auszeit mit Zigarette, das Glas Wein, schnell was essen (selber und frisch wird morgen gekocht) und der Druck auf den Einschaltknopf des Fernsehers oder Laptops
und plötzlich ist es Zeit schlafen zu gehen, um am Morgen wieder fit zu sein. Hätten wir uns wirklich entspannt, würden wir uns erfrischt, erfüllt und zufrieden fühlen. Tun wir das nach so einem Abend?

Oder fühlen wir uns vielleicht ein bisschen schuldbewusst und sind unzufrieden mit uns, weil wir es wieder nicht geschafft haben, gut für uns zu sorgen? Das macht wieder Stress.
Der erste Schritt beginnt im Kopf Das, was wir denken setzt in uns einen sich selbst verstärkenden Kreislauf von Gefühlen, Körperempfindungen und Verhalten in Gang. Daher können wir mit dem, wie wir denken unser Verhalten beeinflussen. Was nicht heisst, dass wir unerwünschte Gedanken und darauf folgende Gefühle einfach verdrängen können – das wird uns nicht gelingen. Aber wir können die Entscheidung treffen, nicht darauf zu hören, wenn unser Geist eigene Wege geht. Ob wir darauf hören oder nicht entscheiden wir selbst, oder?

Mingyur Ringpoche,

By Gazebo - Own work, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=49467838

Yongey Mingyur Rinpoche

ein buddhistischer Mönch, nennt unseren
unruhigen Geist „Affengeist“ und er rät dazu,
uns mit diesem Affengeist anzufreunden.
“Aber wie geht das?“ fragt er. „Ihm einfach
eine Banane geben, funktioniert nicht“.
Und deshalb rät er uns:
„Gib dem unruhigen Geist eine Beschäftigung
und bitte Ihn: Hallo, achte auf deine Atmung.
Und dein Geist ist beschäftigt.
So atmest du bewusst und
dein Geist kommt zur Ruhe.

Einatmen
Ausatmen
Einatmen
Ausatmen

Auch wenn dir immer wieder unterschiedliche Gedanken durch den Kopf gehen,
solange du bei deiner Atmung bleibst ist alles in Ordnung.
Einfach nur auf die Atmung achten.

Einatmen
Ausatmen
Einatmen
Ausatmen

Manchmal reicht es schon, dieses ein oder zweimal in bestimmten Situationen zu tun.“

Verbinden wir uns bei Stress mit unserem Atem,
verbinden wir gleichzeitig unseren Geist mit unserem Körper.
Damit ist es leichter für uns zu erkennen, wenn sich aufgrund unserer Gedanken
unser Körper anspannt, andere körperliche Reaktionen in Gang gesetzt werden
und ungute Gefühle folgen.
Durch das achtsame Atmen reguliert sich unser Blutfluss und stellt das
Gleichgewicht zwischen Geist und Körper wieder her.
Das Erkennen dieses Stresszyklusses schafft automatisch eine Verbindung
zwischen unseren Gedanken, Gefühlen und Körperempfindungen.
Das führt zu mehr Gleichgewicht und lässt uns bewusste Entscheidungen
treffen. Und das funktioniert nicht nur am Ende eines langen Tages.

 

 

Andrea Schweers

Andrea Schweers, Entspannungs- und Stressbewältigungstherapeutin in Bremen

Andrea Schweers, Bremen

ist Heilpraktikerin für Psychotherapie und Stressbewältigungs- und Entspannungstherapeutin. Menschen individuell auf ihrem Weg zu begleiten mithilfe ihrer eigenen, natürlichen Ressourcen ist ihr Anliegen. „In jedem von uns wohnt ein innerer Arzt“.
Sie arbeitet mit körperorientierten Verfahren und bietet achtsamkeitsbasierte Stressbewältigungskurse und Seminare mit bestimmten Schwerpunkten an.

 

Heilkundezentrum Midgard
Obernstraße 14 28195 Bremen
Tel.: 0421 – 43741098
www.heilkundezentrum-midgard.de

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