Hallux valgus – konservative Therapie. Heilpraktiker Seibold, Bremen

27. April 2013 Jürgen Seibold Allgemein

Hallux valgus (“Schiefzehe / Frostballen”) – die konservative Therapie.

In der Praxis stelle ich seit Jahren immer wieder fest, daß die konservative
(nicht – operative) Therapie und auch post (nach) -operative Behandlung des
hallux valgus (abweichende Großzehe, Schiefzehe, Ballenzeh, Frostballen)
selten umfangreich ausgeführt wird
(unter Berücksichtigung der Körperhaltung und Bewegungsführung
sowie des Bindegewebes und der Psychosomatik)

und daß auch nach durchgeführten Behandlungen und Operationen
weiter Schmerzen am Großzehengrundgelenk bestehen bleiben können.

Ich stelle hier erst einmal die gängigen Methoden der Behandlung
und zusätzlich einen umfangreicheren konservativen Ansatz vor,
der sich in meinem Praxisalltag bewährt hat

 

Was ist ein Hallux valgus?

Der Hallux valgus ist eine Abweichung der Großzehe in Richtung Außenfuß in mehreren Schweregraden.
Im Verlauf  dieser Abweichung können schmerzhafte Gelenkknorpelschäden im Großzehengrundgelenk auftreten. Voraus geht dem Hallux valgus meist ein sogenannter Spreizfuss, das Fußgewölbe flacht ab.

Folgende Ursachen für den Hallux valgus werden bisher
in der orthopädischen Medizin angeführt:

Als Ursachen für den Spreizfuss und den Hallux valgus werden meist genetische Veranlagung,
schwaches Bindegewebe, Übergewicht und das Tragen von Absatzschuhen
sowie das Tragen von zu engen Schuhen genannt.

Als Therapie des Hallux valgus wird in der orthopädischen Medizin
bisher meist folgendes empfohlen:

Häufig werden die Patienten mit passiven Hilfmitteln versorgt, die dazu dienen,
die Schmerzen zu lindern. Einlagen für die Schuhe, passive Schienen für die Nacht
und Silikon – Abstandshalter für die Schuhe wären hier zu nennen.

Als grundlegene Therapie wird oftmals eine Operation empfohlen und durchgeführt.

Jedoch habe ich bei der Untersuchung der Haltung
und Bewegungsführung meiner Patienten oftmals
ein gemeinsames Merkmal gefunden:

Es handelt sich um eine Abweichung der Ausrichtung des Fußes
im Verhältnis zur Ausrichtung des Kniegelenkes. (siehe Zeichnungen)

Bein physiologisch

normale Ausrichtung zwischen Kniegelenk und Fuß

Hallux valgus - mögliche Ursache

ungünstige Ausrichtung zwischen Kniegelenk und Fuß – Überlastung des Fußgewölbes mit Hallux valgus

Diese Haltung überlastet durch die fehlerhafte Kraftübertragung zwischen Fuss und Oberschenkel zwangsläufig das Fussgewölbe  und führt zur (weiteren) Abweichung
der Mittelfussknochen und des Großzehs.
Die Ursache wiederum dieser Fehlhaltung ist sehr vielschichtig und kann nur
individuell herausgefunden werden.

Mögliche Ursachen dieser Fehlhaltung:

  • tatsächlich eine Schwäche der Fussmuskeln mit einer verbundenen Abflachung der Fußgewölbe (der Hintergrund dieser Schäche ist z.B. nach der traditionell chinesischen Medizin im Meridiansystem zu finden). Die anfängliche Schwäche führt zur Fehlstellung, die dann eine ordentliche Gelenkausrichtung nicht mehr zuläßt  und dadurch die Problematik immer weiter verstärkt – ein Teufelskreis.
  • Vorschäden durch Unfälle mit vorhandener Schonhaltung,  Kniegelenksprobleme durch verschiedene Ursachen, Hüftgelenksfehlstellung, Darmbein/Kreuzbein (ISG) – Fehlstellung, Kieferstörungen und viele weitere kommen in Frage und können im Einzelfall untersucht werden.
  • sozialkulturelle Hintergründe der Haltung: Frauen und Mädchen, die Ihre Knie in allen Lebenssituationen nach innen ziehen (im Sitzen, beim Fahrradfahren etc.) und eine dadurch im Laufe von Jahren entstehende Ausrichtung der Kniegelenke nach innen, erschwert durch zu häufiges Tragen von Absätzen und damit verbundener Veränderung der Haltung
  • unbehandelte Störungen der Gelenkführung: Hüftgelenksdysplasie,
    Hohlkreuzhaltung mit Verspannung der Hüftbeuge-Muskulatur etc,

Ein ganzheitlicher Therapieansatz

Erfolgsversprechend halte ich eine konservative Therapie
vor allem bei Abweichungen des Großzehs in einem Winkel unter 30°.
Bei größeren Abweichungen (über 30°) und bei starken Schmerzen
ist eine operative Korrektur oft anzuraten –
allerdings auch eine umfangreiche Nachbehandlung unter Berücksichtigung der Ursachen

In einer  Kombinationstherapie nutze ich  vor allem
vier ineinandergreifende Methoden:

  • eine aktive Haltungs- und Bewegungskorrektur mit Übungen
    aus dem Taiji – Quan (physiologische Spiralkraftübungen)
  • unterstützt wird das Training durch eine manuelle Behandlung mit
    TUINA (manuelle Therapie der traditionell chinesischen Medizin – TCM)
    der gesamten Muskeln, Gelenke und Meridiane,
    die die Führung des Fußes beeinflussen
  • eine ganzheitliche Untersuchung zur Erkennung von Schwächen
    des Meridiansystems (TCM) und dazu passender Therapie (falls nötig)
  • unterstützen können diese Therapie speziell gefertigte Einlagen nach
    vorheriger Vermessung der Fussbelastung (Pedografie) sowie
    für den Alltag Silikon – Abstandshalter für die Großzehe und
    absatzfreie Schuhe mit ausreichend Platz für den Fuß

Natürlich setzt diese spezielle Therapie voraus, dass der Patient / die Patientin
körperlich und psychisch in der Lage ist, die Übungen und Verhaltensregeln aktiv
und regelmässig auszuführen.

Auch nach bereits erfolgter Operation

halte ich eine Korrektur der Haltung und Bewegung für wichtig, da –
falls eine wie oben genannte Abweichung der Gelenkführung vorliegt –
die Operation eine vorhandene statische Überlastung des Fusses
(Haltung und Bewegungsführung betreffend)  nicht verhindern kann.
Sehr oft kommen Patienten und Patientinnen zu mir in die Praxis,
die trotz erfolgter Operation immer noch über Schmerzen am Fuß klagen.

Über die Ursachen und den Therapieansatz habe ich einen Kurzfiln gedreht,
den Sie sich hier ansehen können :

Was können Sie als Betroffene / als Betroffener tun?

Kontaktieren Sie einen Therapeuten / eine Therapeutin,
der / die in der Lage ist, die Haltung und Bewegungsführung
zu beurteilen und fragen Sie nach seinen / Ihren Erfahrungen
in der konservativen Therapie.
Eine Zusammenarbeit bespielsweise zwischen einem Heilpraktiker
oder  Physiotherapeuten und einem Lehrer für Taiji – Quan
oder Yoga wäre ein vielversprechender Ansatz.

Folgend nenne ich  einige Beispiele von  Behandlungsmethoden,
die sich ergänzen können
:

  • TUINA (chinesische Medizin – TCM)  ergänzt mit Taiji Quan oder QiGong
  • Physiotherapie ergänzt mit Spiraldynamik
  • Osteopathie ergänzt mit Yoga

Für weitere Fragen zu meiner Untersuchung und Behandlung
sprechen Sie mich gerne an!
Kontaktformular Heilpraktiker Seibold

Heilpraktiker Jürgen Seibold, Bremen
www.heilpraktiker-seibold.de
Hallux valgus Behandlung bei Heilpraktiker Seibold

 

Referenzen und  links:

Rechtlicher Hinweis

Meine Ausführungen basieren auf den Erkenntnissen der Erfahrungsheilkunde
und auf meinen Beobachtungen aus der Praxis.
Sie sind (teilweise) wissenschaftlich (noch) nicht belegt
und daher schulmedizinisch (noch) nicht anerkannt.

Zur besseren Transparenz (sofern möglich) habe ich zu jedem Thema
Quellenangaben und aktuelle Studienergebnisse beigefügt.

 

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8 Antworten zu “Hallux valgus – konservative Therapie. Heilpraktiker Seibold, Bremen”

  • Jutta Bruhn sagt:

    Hallo Kollege,

    vielen Dank für diesen Artikel! Dieses Problem haben so viele Menschen.

    Viele Grüße aus Berlin
    Jutta Bruhn

  • Lieber Herr Seibold,
    vielen Dank für diese ausführliche und doch leicht verständliche Information zur Entstehung des “Überbeins” und dessen Therapie. Das Video ist sehr gut gemacht! Den Link zu diesem Blog werde ich gleich an eine Betroffene weiterleiten.

    Herzlichen Gruß aus Kärnten
    Margot

  • Lieber Herr Seibold,

    wie wohltuend, meine Vermutung bestätigt zu sehen! Seit ca. 2 Jahren endwickelt sich bei mir langsam ein Hallux Valgus. Orthopädische Einlagen und eine Schiene habe ich, und stelle fest, dass diese Hilfsmittel die Entwicklung nur etwas verzögern, aber nicht aufhalten. Ich versuche nun, richtig gehen und stehen zu lernen. Ihr Ansatz, mit Taiji zu arbeiten, ist sehr interessant. Gibt es dazu Erläuterungen online oder können Sie mir eine Buchempfehlung geben?
    Herzlichen Dank für die Veröffentlichung, den Link zu Ihrem Beitrag gebe ich weiter an Betroffene.

    • Vielen Dank für Ihren Kommentar, Magdalena. Erläuterungen zum Taiji-Quan sind allerdings in Form von Artikeln oder Filmen kaum nützlich – es sei denn, sie helfen zur Entscheidungsfindung und zur Unterstützung des Unterrichts. Es verhält sich hier wie im Yoga: Wir können uns selbst nicht korrigieren, da wir ein auf unsere (Verhaltens)Muster angepasstes Selbstbild haben. Eine Korrektur und Kenntlichmachung des Haltungs- und Bewegungsmuster durch einen erfahrenen Lehrer oder Therapeuten ist nach meiner Erfahrung notwendig. Hier verweise ich gerne auf die WCTAG (http://www.wctag.de), das Taiji Dao (http://www.taijidao-akademie.de) und natürlich ;-) auf meinen eigenen Unterricht und Therapie (www.heilpraktiker-seibold.de). Viel Erfolg bei Ihrem weiteren Weg ! Lieben Gruß, Jürgen Seibold


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