Körpersprache am Beispiel der Hohlkreuzhaltung

12. August 2017 Jürgen Seibold Alle Heilpraktiker Artikel auf heilen blogHeilpraktiker Seibold

Einleitung zur Körpersprache

Video zum Artikel: Körpersprache – Veränderung (youtube)

Körpersprache am Beispiel: Willkommen !

Körpersprache: „Willkommen“

Ein großer Teil unserer Kommunikation findet „nonverbal“ (nicht mit Worten) statt,

das heißt,der Inhalt meiner Worte wird vom Gesprächspartner in den meisten Fällen
auch mit weiteren Faktoren verglichen – Tonfall, Mimik, Gestik – und Körperausdruck.

Sind möglichst viele Faktoren übereinstimmend, dann wird die Kommunikation wesentlich bessere Ergebnisse erzielen, als wenn sich wesentliche Faktoren widersprechen –
hier rechts im Bild das Beispiel:
„Willkommen, komm herein !“

Die Fähigkeit, Körpersprache zu lesen und zu interpretieren,

ist oftmals sehr nützlich als Hilfsmittel für Therapeuten, Coachs und auch zur Verbesserung der Selbstwahrnehmung bei der eigenen Veränderungsarbeit.

In diesem Artikel möchte ich Euch speziell auf die ungünstige Veränderung der Körpersprache durch Entwicklung von Haltungsfehlern und chronischen Beschwerden hinweisen.

Fehlhaltungen und chronische Beschwerden wie

  • dauerhafte Nacken – Verspannungen
  • Achsen- Fehlhaltungen wie Hohlkreuz oder Rundrücken,
    Beinlängendifferenzen, Fehlstellungen der Beine
  • chronische Sehstörungen
  • Verdauungsstörungen mit Faszienbeteiligung

entwickeln sich häufig schleichend und werden anfangs meist nicht ernst genommen
im Sinne von: Das ist ja nur eine Bagatelle“.
Doch wehret den Anfängen: Wir neigen dazu, uns an chronische Zustände zu gewöhnen, jeden Tag ein bisschen mehr – und so kann unbemerkt ein großes Problem daraus entstehen.
Ein typisches Beispiel dafür sind die Mehrzahl der Bandscheibenvorfälle:
Die schleichende Entwicklung wurde nicht erkannt,
dann reicht irgendwann eine unbedarfte  und ruckartige Bewegung – und das war`s.

Lasst uns hier allerdings einen Aspekt beleuchten, dessen sich die meisten „Patienten“ nicht bewusst sind: Durch solche Störungen kann die nonverbale Kommunikation – in diesem Fall die Körpersprache – deutlich andere Signale senden, als „Ich“ gerne zum Ausdruck bringen möchte ! Die Interpretation der Körpersprache stellt sich zusätzlich therapeutisch oft als nützlich heraus, um chronischen Hintergrundprozessen auf die Spur zu kommen und ist gleichzeitig ein gutes Mittel der „Früherkennung“.

Körpersprache = körperliche Ausdrucksform –
am Beispiel der „Hohlkreuzhaltung“

Körpersprache am Beispiel "Hohlkreuzhaltung"

Körpersprache am Beispiel „Hohlkreuzhaltung“

Eine Hohlkreuzhaltung ist ein meist muskulär (unbewusst) aktiver Haltungs- und Bewegungszustand, in dem die Rückenpartie durch meist unbewusste Aktivität dauerhaft angespannt wird. Im Laufe der Zeit verkürzen auch weitere Strukturen, wie Faszien, Sehnen, Gelenkkapseln und es können knöcherne Ablagerungen an der Wirbelsäule entstehen – die Haltung „versteift“.

Doch wozu wird diese Haltung erst einmal eingenommen?

Wir klammern einmal Unfälle und schwere Erkrankungen als Ursache aus und gehen hier auf das weit verbreitete „Haltung einnehmen“ als Ursache ein.

Durch soziale Prägungen wie „Setz Dich grade hin“, „Haltung bewahren“, „Brust raus, Bauch rein“ etc. wird die Rückenpartie in eine Dauerspannung gebracht. Betrachtet man dieses weit verbreitete Phänomen näher, ist dies allerdings eine relativ instabile und, wenn es sich um Dauerspannung handelt, reaktionsarme – und im Sinne der Körpersprache auch aggressive Haltung – da diese Art von Spannung natürlicherweise gebraucht wird, um schnell nach vorne zu drängen.

Dieses Beispiel habe ich gewählt, weil diese Haltungsabweichung
häufig zu finden und gleichzeitig gut zu beschreiben ist.

Angriffshaltung - Körpersprache

Körpersprache: „Angriff“

Im Sinne der Natur ist eine nach hinten gespannte Dauerhaltung („Brust raus, Bauch rein“) nicht nur unökonomisch und durch die Spannungsverhältnisse ungesund, sondern führt im Bereich der Körpersprache auch zu allerlei Missverständnissen – Rückzug wird als Angriff gewertet, Unwohlsein als Arroganz etc…

Durch diese Dauerspannung entsteht außerdem eine Minderversorgung der Muskulatur sowie eine Störung des Abtransports von Stoffwechselendprodukten – das bedeutet Stress für den Körper, was wiederum zu noch mehr Grundspannung vor Allem in den Faszien führt (Fascia thoracolumbalis → Fascia iliopsoas und Fascia lata → Fascia cruris → Fascia dorsalis pedis). Man wirkt dadurch permanent „angespannt“.

Weitere Auswirkungen der Hohlkreuzhaltung
auf die Statik und die Körpersprache

Durch diese Dauerspannung werden auch tiefere Schichten der Körperfaszien und Muskel – Gelenkverbindungen mit verspannt. So bildet sich häufig in den Oberschenkeln eine vermehrte Innenrotation – durch Verspannung des Hüftbeugers (M. iliopsoas), der einen Ursprung in der Lendenwirbelsäule hat.

Die Rückenspannung selbst wird häufig durch ein Ausdrehen der Beine kompensiert . Dadurch entsteht das Bild einer sich selbst widersprechenden Körpersprache: Die Brust drängt nach vorne, während der untere Rücken nach hinten gezogen wird – gleichzeitig zeigen die Füße nach außen – der Mensch wirkt nicht mehr ausgerichtet, sondern durcheinander.

Wie kann solch eine Haltung verändert werden – und was nützt es mir?

entspannte Körpersprache

Körpersprache entspannt

Wenn ich in einer Kommunikation einen lockeren, entspannten, dynamischen und gleichmäßigen Eindruck mache, in dem alle Körperteile wie Arme, Beine und Rumpf mit meinen Botschaften übereinstimmen, entsteht ein schlüssiges, integres Bild für meine Kommunikationspartner.

Achtung: „Nur integer SEIN wirkt auch integer.“

Wenn ich versuche, eine Haltung einzunehmen, die nicht gekonnt, sondern „gekünstelt“ wird, dann habe ich wiederum den gegenteiligen Effekt.

Integer sein wirkt auch integer !!

Also lohnt es sich, sich mit seiner Körperhaltung etwas intensiver auseinanderzusetzen, Ursachen für Fehlhaltungen aufzufinden, den Körper harmonisch zu trainieren und insgesamt die Gesundheit zu pflegen, damit Stress, und gesunde Ernährung als „Spannungsfaktoren“ ebenso ausscheiden.

Was kann ich tun ?

Übungen für die Körpersprache

Körpersprache: Übungen

In unserem Beispiel der Hohlkreuzhaltung durch Haltungsfehler gibt es eine Vielzahl an Möglichkeiten, die immer individuell abgestimmt sein müssen, da jeder eine eigene Körperwahrnehmung sowie eigene Prägungen hat und sportlich auf unterschiedlichen Leveln ist.

Ein Schema, das sich in meinen Therapien bewährt hat, sieht folgendermaßen aus :

  • Erkennen der Fehlhaltung über Spiegeln (der Therapeut oder Coach spiegelt mich und / oder benutzt einen Spiegel)
  • Erfühlen lassen der Fehlhaltung durch Widerstand und Druck – zuerst in der Fehlhaltung und dann erneut in der korrigierten Haltung
  • alltagstaugliche Übungen, um den Körper zu lösen und ihn neu zu balancieren
  • evtl. therapeutische Unterstützung, um Spannungenund Blockaden zusätzlich passiv zu lösen
  • evtl. zusätzlich Theaterimprovisation, um die Körpersprache kennenzulernen und zu lernen, diese zu verändern

Wichtig hierbei ist, dass das neue und harmonischere Haltungs –
und Bewegungsmuster erfühlt wird – intellektuell ist dies nicht umsetzbar,
somit ist die Hilfe durch einen Coach
oder Therapeuten meist relevant.

In meiner Praxis und in Kursen und Seminaren gehe ich wie folgt vor:

Coaching zur Verbesserung der Körpersprache

Körpersprache: Coaching

  1. Haltung erkennen – durch Spiegeln
  2. Widerstandstests und Balance – Tests, um die Ungleichheit selbst zu spüren
  3. Übungen aus den daoistischen Bewegungskünsten, um den Körper wieder zu lösen und ihn neu zu balancieren
  4. Übungen unter Einwirkung von Kräften, um die Kräfteverteilung im Körper
    zu verstehen und zu üben
  5. Übungen zur Körpersprache –  Widersprüche erkennen und harmonisieren
  6. Umsetzen im Alltag und Feedback

Viel Erfolg bei Deiner Veränderungsarbeit!

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Jürgen Seibold

Heilpraktiker und Coach
Heilkundezentrum Midgard
Obernstrasse 14
28195 Bremen
www.heilkundezentrum-midgard.de

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