Selbstverteidigung – Hintergrund, Effektivität, Anwendung

16. Januar 2016 Jürgen Seibold Alle Heilpraktiker Artikel auf heilen blogHeilpraktiker Seibold

Selbstverteidigung – viel mehr als nur Techniken !

Eingehend biete ich Dir schon mal das DU an, da gerade im Bereich der Selbstverteidigung eine künstliche Höflichkeit nicht weiterführt. Da Du diesen Artikel liest, hat das Thema Selbstverteidigung für Dich wohl eine Relevanz – und diese Relevanz wird sich wahrscheinlich nicht nur auf vermutete Ausgeh – und Strassensituationen beschränken, sondern ebenfalls auf den Alltag (öffentliche Verkehrsmittel, Büro, Einkauf etc.) – Stichworte dazu sind mangelndes Selbstbewusstsein, Mobbing, Gewalt in der Parnerschaft bzw. in der Familie.

Ich möchte mich jetzt Stelle erst einmal vorstellen, damit Du einen Eindruck hast, wer ich bin: als ehemaliger Gastronom und Barkeeper sowie als Kampkunst – Praktizierender seit nunmehr 25 Jahren habe ich viele Konfliktsituationen selbst erlebt und somit einen breiten Eindruck möglicher „echter“ Situationen. In meinen Kursen konnte ich häufig Selbstverteidigungs – Konzepte im Ansatz zerschmettern -. da sie keine wirkliche Basis besaßen.

Die Basis der Selbstverteidigung

  • Wie wirke ich auf Andere?

    Selbstverteidigung und Körpersprache

    Körpersprache – unsicher ?

Hier sind wir schon am wichtigsten Punkt angelangt. Unser Selbstbild täuscht uns häufig genug. Die sogenannte Opferrolle wird uns häufig nicht bewusst, da ein ehrliches Feedback im Alltag nur selten gegeben ist. Das liegt schon an den Umgangsformen, die in der heutigen Gesellschaft üblich sind – echte verbale oder körperliche Konfrontationen und Rückmeldungen diesbezüglich sind sehr selten und häufig auch nicht erwünscht. So wirst Du vielleicht von einer echten Situation einfach überrumpelt. Und ein Täter sucht sich bekanntlich keinen stärkeren Menschen, sondern ein Opfer.

Herauszufinden, ob Du einen selbstbewussten und entschlossenen Eindruck machst und ob Du wirklich die Bereitschaft zum Handeln hast, sind somit schon einmal die ersten Schritte. Dies kann in einem grundlegenden Kurs, der das Thema Selbstbewusstsein und Handeln nicht nur theoretisch, sondern auch praktisch aufgreift oder in einem privaten Coaching geschehen. Auch Rückmeldungen von guten Freunden und vertrauenswürdigen Arbeitskollegen sind hierbei sehr wertvoll.

  • Bin ich im Ernstfall handlungsfähig ?

    Selbstverteidigung und Handeln

    Selbstverteidigung – Handlungsbereitschaft

Ein Selbstverteidigungskurs oder Coaching sollte nicht zögerlich und rücksichtsvoll stattfinden. Es geht um Vorbereitung auf echte Situationen ! Jedes Training sollte Dich an genau die Grenzen bringen, vor denen Du Angst hast – denn es wird ja genau darauf vorbereitet ! Im Klartext: durch verbale und körperliche Attacken in Verbindung mit einer Übungsmethodik, die Dich langsam hernanführt, kannst Du Dein (Unter)Bewusstsein trainieren. Übungssituationen ohne Körperkontakt oder reine Techniken sind meiner Erfahrung nach unnütz, da es im Ernstfall immer anders kommt, als erwartet.

  • Kann ich gefährliche Situationen rechtzeitig erkennen?

Die beste Selbstverteidigung ist die, die gar nicht erst körperlich stattfindet. Ein echtes Bauchgefühl zu entwickeln und sich aus dem Ansatz einer unnötigen Konfrontation herauszunehmen ist der beste Schutz. Dazu ist es sehr hilfreich, Körpersprache deuten zu lernen und eine gute Beobachtungsgabe zu entwickeln. Sowie die Bereitschaft zu trainieren, sich auf sein eigenes Bauchgefühl und eigene Erkenntnisse zu verlassen um eine Situation rechtzeitig zu umgehen oder zu verlassen – ohne falsche Höflichkeit.

  • Erfahrung und geübter Umgang mit Krafteinwirkung – statt Techniken

Die Erfahrung in der Kampfkunst und Kampfsportszene hat gezeigt, daß vor Allem Kampfsportler bei Auseinandersetzungen oft den Kürzeren ziehen. Das liegt zum Einen an den Kunstsituationen im Training, das heißt, das Techniktraining mit dem Übungspartner ist abgesprochen und eingeübt – auf der Strasse spielt der Angreifer aber nicht mit! Zum Anderen hat ein Kampfsportler eine hohe Moral – der Angreifer auf der Straße oder im Lokal hat keine Moral – sonst würde er nicht angreifen.

Ein regelmäßiges Training mit erfahrenen Lehrern, die mit echten Übungen arbeiten, die Dich an ein spontanes und effektives Handeln unter Einwirkungen der Kräfte einer anderen Person heranführen, lässt sich erüben. Zum Beispiel im Chen – Taijiquan (Tai Chi Chuan) gibt es die Möglichkeit über Verbesserung des Körpergefühls und der Körperstruktur sowie  die Übungen der schiebenden Hände (Tuishou) bis hin zum Sanda (freie Anwendung), dieses Gefühl und echte Fähigkeiten regelmäßig zu trainieren.

Sollte es Dir schwerfallen mit echtem Körperkontakt und echter Konfrontation zu üben, kann eine Hintergrundarbeit mit bewussten oder unbewussten Traumatas oder Konflikten im Unterbewusstsein oft sehr gut weiterhelfen. Meine Erfahrungen vor Allem in der systemischen Arbeit (NLP, EMDR, Supervision, daoistische Übungen) haben gezeigt, wie viele Aspekte unserer Aussenwirkung durch unterbewusste Prozesse moduliert werden. Und unbewusste Blockaden oder ungünstige Verarbeitungsprozesse sind gefährliche Fallstricke, die uns anders handeln lassen, als wir das eigentlich wollen.

Ich werde in weiteren Artikeln auf die einzelnen Punkte weiter eingehen – doch eine gelesene Abhandlung ist erst ein Schritt zur Erkenntnis – durch Ausbildung und Übung entstehen dann echte Fähigkeiten.

zum Autor des Artikels

  • Jürgen Seibold
    * lebt in Bremen
    * Kampfkunst – Kursleiter
    * praktiziert seit 1989 chinesische Kampfkünste,
    – heute Chen Taijiquan, (Tai Chi Chuan) und TaijiDao
    *Supervisor mit systemischen Methoden
    *Heilpraktiker und Physiotherapeut
    www.heilpraktiker-seibold.de
    www.heilkundezentrum-midgard.de

Selbstverteidigung in Kurs und Coaching

Selbstverteidigungskurs in Bremen

Kursleiter Jürgen Seibold (links) –  Selbstverteidigung

Die oben genannten Punkte sind nach meiner Erfahrung essentiell. Ich empfehle Dir, Deinen gewählten Unterricht, Kurs oder das Coaching nach diesen Aspekten zu hinterfragen.

Wenn Du Interesse hast, biete ich Dir ebenfalls eine ganze Reihe an Möglichkeiten an, Dich mit diesem Thema auseinanderzusetzen und zu üben (Kurse in Bremen, Coachin in der Großregion Bremen sowie Großregion Oldenburg, Hannover, Hamburg:

Weitere links zum Thema Selbstverteidigung

 

 

BremenCoachingGewaltKörperspracheKursMobbingSelbstverteidigungTai Chi ChuanTaijiquanTechniken

5 Antworten zu “Selbstverteidigung – Hintergrund, Effektivität, Anwendung”

  • Andreas sagt:

    Sehr gut geschriebener Artikel. Ich bin auch der Meinung Selbstverteidigung hat viel mit Selbstvertrauen zu tun. Ich habe zwei Töchter, und ich werde dieses Jahr meine große (7 Jahre alt) noch zu einem Karate Kurs gehen lassen. Dadurch denke ich wird ihr Selbstvertrauen gestärkt und wenn sie in eine Gefahren Situation kommt wird sie sich besser zu helfen wissen.

    Viele Grüße
    Andreas

  • Thomas sagt:

    Ein sehr guter und invormativer Artikel. Selbstverteidigung sollte vielmehr auf solchen Grundsätzen basieren als aus schlichten Empfehlungen sich Verteidigen zu können. Selbstvertrauen ist der erste Schritt um in einer Gefahrensituation richtig reagieren zu können. Es lässt einen nicht aus der Ruhe kommen und vermeidet dadurch falsche Entscheidungen.

  • Klaus sagt:

    Guter Artikel, mit steigendem Können kommt unweigerlich mehr Selbstvertrauen, was sich auch in der Körpersprache bemerkbar macht. Also, immer schon mit Disziplin am Ball bleiben.

  • Klaus sagt:

    Guter Artikel, mehr Selbstvertrauen bedeutet auch ein anderes Auftreten, das kann schon Konflikte vorbeugen.

  • Anke sagt:

    Wirklich ein sehr informativer und interessanter Artikel Finde auch, dass man durch mehr Selbstvertrauen schon Konflikte vermeiden kann. Freue mich schon auf mehr 🙂

    Gruß
    Anke


Schreibe einen Kommentar zu Anke Antworten abbrechen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Präsentiert von http://wordpress.org/ and http://www.hqpremiumthemes.com/